| Römische Mosaiken aus Griechenland | |
|
Seit dem vorletzten Jahrhundert wurden in Griechenland zahlreiche Bodenmosaiken ausgegraben, die aufgrund der Fundsituation, sowie ihrer technischen und stilistischen Eigenart der römischen Kaiserzeit (1.-4. Jh.n.Chr.) zuzuweisen sind. Es handelt sich um Böden, die aus sog. Tessellae, quadratisch zugeschnittenen Würfeln aus Marmor, Kalkstein, Glas oder Terrakotta bestehen. |
|
![]() |
Medusa-Mosaik aus dem Piräus |
| Geschichtlicher Hintergrund
Griechenland war während der römischen Kaiserzeit ein relativ
armes Land. Der Reichtum konzentrierte sich in den Händen einer Minderheit,
die eng mit den Römern zusammenarbeitete. |
|
| Privaträume mit Mosaikdekor
Natürlich stellt sich immer wieder die Frage, ob der Fußbodendekor
Hinweise auf die Funktion eines Raumes geben kann. |
|
![]() |
Triclinum-Mosaik in Mytilene |
| Das Mosaik ist durch einfache Flechtbänder in zehn quadratische
"Kassetten" unterteilt. In den Feldern sind entweder dreifigurige Theaterszenen
oder menschliche Büsten dargestellt. Alle Bilder sind nach Norden,
auf die Rückwand des Zimmers ausgerichtet. Die inhaltlich bedeutsamsten
Darstellungen (Büsten des Komödiendichters Menander und der Muse
Thalia) liegen unmittelbar vor den beiden Eingängen an der Südseite
des Tricliniums. Die T-förmige Komposition wird an drei Seiten von einem einfachen Quadratmuster eingefaßt, so daß sich ein rechteckiger Teppich ergibt. Der äußere Rahmen des Mosaikbodens besteht schließlich aus einem breiten weißen Band mit einer Reihe von kleinen Kreuzsternen in der Mitte. Oft werden prachtvoll ausgestattete Räume als Andrones oder Oikoi gedeutet. In den uns überlieferten antiken Quellen sind allerdings keine konkreten Hinweise auf das Aussehen von derartigen Speisesälen während der Kaiserzeit zu finden. Da von der ursprünglichen Raumausstattung in der Regel außer Boden- und Wandschmuck nichts mehr erhalten ist, gehen die Ausgräber bei ihrer Interpretation in erster Linie von der Komposition und dem figürlichen Dekor der Mosaiken aus. Die Mosaikbilder (Stilleben, Personifikationen der Jahreszeiten, dionysischer Thiasos) werden als Anspielungen auf eine reich gedeckte Tafel verstanden. Nur selten geben sie jedoch eine konkrete Auskunft über die Nutzung des Raumes. Dionysos-Bacchus und sein Gefolge waren während der Kaiserzeit besonders beliebt, da sie vollkommenen Lebensgenuß, Reichtum und Fruchtbarkeit verkörperten. Dionysos bringt als Gott des Weines Berauschtheit und Ekstase. Sein Gefolge aus Satyrn, Eroten und halbnackten Mänaden unterstreicht das erotische Element. Aus diesem Grund sind die Darstellungen in erster Linie als Ausdruck hedonistischen Lebensgefühls zu verstehen. Es erscheint selbstverständlich, daß Zimmer mit einer aufwendigen Mosaikausstattung einen höheren Stellenwert hatten als beispielsweise schmucklose Kammern, die mit groben Estrichböden versehen waren. Insbesondere bei größeren Mosaikräumen muß damit gerechnet werden, daß sie repräsentativen Zwecken dienten und als Empfangs- oder Bankettsäle genutzt wurden. Problematisch wird allerdings die Funktionszuweisung, wenn ein Haus über mehrere Räume mit Mosaikdekor verfügt. So waren in der "Roman Villa" von Knossos mindestens fünf am Peristyl gelegene Zimmer mit anspruchsvollen Mosaiken ausgestattet. Nur schwer können wir uns an die Vorstellung gewöhnen, daß all diese Räume ausschließlich für Festgelage bestimmt gewesen sein sollen. |
|
| Beobachtungen zum Mosaikstil in Griechenland
Der unzulängliche Publikationsstand und der disparate Charakter der
griechischen Pavimente erschweren den Versuch, Werkstattzusammenhänge
nachzuweisen und einzelne Stücke miteinander zu vergleichen. In der
technischen wie auch künstlerischen Ausführung herrschen erhebliche
Qualitätsunterschiede. Ebenso bereitet es Schwierigkeiten, Mosaiken
aufgrund ihrer Bildmotive zu Gruppen zusammenzuschließen. |
|
![]() |
Gorgonenschild aus einem Gebäude im Piräus |
| Aus dem Piräus stammt ein polychromes Mosaik, das aufgrund des Befundes wahrscheinlich in die erste Hälfte des 2. Jhs. zu datieren ist. Der Schmuck des Bodens besteht aus einem sog. Gorgonenschild . Die Tessellae des äußeren Rahmens und geometrischen Musters sind relativ groß (1-2.5cm) und ungleichmäßig gesetzt. | |
![]() |
Detail der Gorgo |
| Umso mehr hebt sich das fein ausgearbeitete, zentrale Medaillon
vom übrigen Boden ab. Die Steinchen sind ca. 0.2-0.4cm groß und
dicht aneinandergereiht. Durch differenzierte Farbabstufungen wurde dem
Gesicht der Medusa Plastizität verliehen. Helle und dunkle Partien
gehen fließend ineinander über. Die Locken bestehen aus verschiedenfarbigen,
parallel verlaufenden Tessellaereihen. Der Mosaizist bemühte sich um die Wiedergabe von Details. So winden sich aus der Haarmasse mindestens vier Schlangen, die schwarz gepunktet und mit Augenbraue, Pupille, Zunge bzw. Bärtchen versehen sind. Auf den grauen Flügeln sind durch gelbe Linien Federn angedeutet. Es fällt auf, welche Sorgfalt auf schmückende Einzelformen verwendet wurde. |
|
![]() |
Mosaik mit Hexagonalmuster in Knossos |
| Aus der bereits erwähnten "Villa Dionysos" in Knossos stammen mehrere polychrome Mosaiken, die vermutlich in hadrianisch-antoninischer Zeit enstanden sind . Ein Mosaik ist mit einem Hexagon- bzw. Wabenmuster verziert. Im zentralen Feld befindet sich ein schelmisch blickender Satyr mit einer Flöte. | |
![]() |
Satyr von dem Hexagonmosaik in Knossos |
| Papposilen, Mänade, Pan und zwei weitere Satyrn umgeben
ihn. Die Büsten sind klar vom weißen Hintergrund abgesetzt. Es
dominieren Grau- und Rosatöne, auf denen blaue, grüne und gelbe
Steinchen leuchtende Akzente setzen. Konturlinien sind in Braunrot ausgearbeitet.
Im Gegensatz zum Medusamosaik aus dem Piräus wird hier stärker mit Farbkontrasten gearbeitet. Details sind zwar summarischer angegeben, doch wurde ein wirkungsvoller Gesamteindruck erzielt. |
|
![]() |
Personifikation einer Jahreszeit von einem Mosaik aus Knossos |
| Auf einem anderen Mosaik des Hauses sticht die Büste
einer geflügelten Jahreszeitenpersonifikation durch ihre leuchtende
Polychromie ins Auge. Naturalistische Farbgebung wurde hier offensichtlich
nicht angestrebt. So sind schwarz eingefaßte Haarsträhnen mit
hellblauen und rosa Tessellareihen gefüllt. Dunkelrote Linien deuten
die Kontur von Nase und Kinn an. Die Plastizität des Gesichts wird durch eine effektvolle Gegenüberstellung von rosaweißen und beigegelben Partien bewirkt. Die Augäpfel bestehen aus dunkelblauen Glassteinchen.Bei Korinth wurde eine reich ausgestattete Villa mit mehreren Mosaikböden ausgegraben. Der unzureichend publizierte Grabungsbefund liefert keinen genaueren Datierungshinweis. Aufgrund von Vergleichen mit Mosaiken aus dem römischen Germanien ist jedoch von einer Datierung in spätantoninische Zeit auszugehen. |
|
![]() |
Bukolische Szene auf einem Mosaik in Korinth |
| Der Mosaizist stellte sein Können insbesondere bei den
figürlichen Darstellungen unter Beweis. Die Bildfelder sind als autonome Gemälde aufgefaßt und heben sich in ihrer Farbigkeit und technischen Ausführung deutlich von den rahmenden geometrischen Mustern ab. Es wurden keine Überschneidungen und perspektivischen Verkürzungen gescheut. Im vollständig erhaltenen Genrebild finden sich auch landschaftliche Elemente. Die stufenweise heller werdende Standfläche verschmilzt organisch mit einem Berg im Hintergrund. An einen Baum lehnt sich ein Querflöte spielender Satyr. Rechts dahinter grasen drei Rinder. |
|
![]() |
Flöte spielender Satyr auf einem Mosaik in Korinth |
![]() |
Rindergruppe auf einem Mosaik in Korinth |
| Trotz der hohen Qualität, verdeutlichen kleine Ungenauigkeiten
den handwerklichen Charakter dieses Mosaikbildes. Das liegende Rind in der
Mitte wurde offensichtlich später ausgeführt als das rechte, von
hinten gezeigte. Der Mosaizist versuchte, das Hinterteil des grauen Tieres
im verbleibenden Platz zwischen den Beinen seines braunen Artgenossen unterzubringen.
Der Rinderschwanz ist dabei unnatürlich gerundet und etwas sperrig nach vorne
gestreckt. Auch die Überschneidungen von Baumstamm und Satyr sind dem Mosaizisten nicht ganz gelungen. Zuerst wurde die menschliche Figur fertiggestellt. Einige Details zeigen, daß man hierbei nicht an den noch darzustellenden Baum dachte. So ist zwischen den Knien des Satyrs und zwischen seinem linken Oberschenkel und dem herabhängenden Pantherfell der weiße Hintergrund angegeben. Erst anschließend wurde der Baum ausgeführt, dessen Form nun weitgehend durch die Kontur des nackten Flötenspielers bestimmt war. Seit dem Ende des 2. Jhs.n.Chr. läßt die künstlerische Differenzierung einzelner Bodenabschnitte nach. Hauptbild, Fries- und Rahmenzonen werden zunehmend; gleichberechtigt behandelt. Im Zentrum befindet sich häufig ein mehrfiguriges Gemälde, das zwar durch Lage und Größe, aber nicht durch feinere Technik von den Nebenfeldern und dem Rahmen abgesetzt ist. Es hat nur noch selten die Wirkung eines Emblema. Auf Details wird immer weniger geachtet. Zugleich läßt sich eine zunehmende Komplexität der Gliederungsschemata feststellen. In vielen Fällen erfaßt der Betrachter die Komposition erst dann, wenn er den Raum durchschritten hat. Formenvielfalt, Polychromie und dichte Aneinanderreihung verschiedener Ornamente verleihen den Mosaiken eine lebhafte Wirkung. Es wird ein effektvoller Gesamteindruck angestrebt. Die figürlichen Darstellungen lassen Abwechslung und Originalität erkennen. Typisch römische Bildthemen erleben einen Aufschwung, wobei Arenakämpfe offensichtlich bevorzugt werden. |
|
![]() |
Athletenmosaik in Korinth |
| In einem öffentlichen Gebäude der antiken Stadt
Korinth wurde ein 9.03 x 7.62m großer Raum freigelegt, der wegen seines
Mosaikdekors als Büro der Schiedsrichter an den Isthmischen Spielen
interpretiert wurde. Aus stilistischen Gründen ist eine Datierung um 200 n.Chr. anzunehmen. Das zentrale Bildfeld gibt einen nackten Athleten und die sitzende Personifikation der Eutychia (Göttin des guten Schicksals) wieder. Der Körper des Jünglings besteht aus kräftigen Muskeln, deren Massigkeit durch kontrastreich eingesetzte Glanzlichter und dunkle Schattenzonen unterstrichen wird. Die parataktische Körperauffassung zeigt sich deutlich bei der weiblichen Gestalt, deren Brüste aus kreisförmig angeordneten Tessellaereihen gebildet sind und wie auf den nackten Oberkörper gelegte Scheiben wirken. Auch die Gesichter scheinen aus Einzelformen zusammengesetzt, denen der organische Zusammenhang fehlt. Zeichnerisch sind Augen, Mund und Nase von dunklen Linien eingefaßt und deutlich vom hellen Inkarnat abgehoben. Die Übergänge sind hier nicht mehr fließend wie bei dem Medusakopf aus dem Piräus. |
|
![]() |
Kopf des Athleten auf einem Mosaik in Korinth |
![]() |
Kopf der Eutychia auf einem Mosaik in Korinth |
| Im 3. Jh.n.Chr. erfreuen sich großformatige Tableaus
mit symmetrisch arrangierten Figurengruppen besonderer Beliebtheit. Dem
wachsenden Format der Bildfelder entsprechend, dehnen sich auch die dargestellten
Figuren aus und erreichen zum Teil fast Lebensgröße. Auf einem Mosaik in Thessaloniki sind drei Mosaikbilder U-förmig angeordnet. Zwei kleinere, rechtwinklig zum großen Hauptbild orientierte Felder rahmten wahrscheinlich eine weiß ausgesparte Fläche. Der Boden konnte nicht vollständig ausgegraben werden, so daß sich die ursprüngliche Ausdehnung und die Funktion des Raumes nicht mehr feststellen ließen. |
|
![]() |
Dionysosmosaik in Thessaloniki (nicht maßstabsgetreue Umzeichnung) |
| Das Mosaik gibt die amourösen Abenteuer von drei olympischen
Gottheiten wieder: Dionysos und Ariadne, Apollon und Daphne, Zeus und Ganymed.
Das größte Feld nimmt der Weingott mit seinem Gefolge ein. Dionysos, der sich auf einen jungen Satyr stützt, und zwei aneinandergelehnte Mänaden rahmen symmetrisch die schlafende Jungfrau. Im Hintergrund ragen Eros und Papposilen hinter einem Felsen hervor. Die Figuren sind übersichtlich nebeneinandergereiht und frontal auf den Betrachter ausgerichtet, ohne jedoch in ein spannungsvolles Verhältnis zueinander zu treten. Die Mänaden am rechten Bildrand zeigen zwar auf Ariadne, blicken jedoch in eine andere Richtung. Selbst Dionysos schaut nicht direkt seine Geliebte an. Die Gestalten sind in charakteristischen Posen wiedergegeben und wie auf einer Bühne zu einem gefälligen Gruppenbild zusammengestellt. |
|
![]() |
Kopf des Dionysos auf dem Dionysosmosaik in Thessaloniki |
![]() |
Kopf eines kleinen Eroten auf dem Dionysosmosaik in Thessaloniki |
| Das Mosaik stammt von einem virtuosen Steinleger, der Körpern
und Gewändern durch ausgewogene Proportionen und subtile Schattengebung
Plastizität verlieh. Das Harmoniebedürfnis des Mosaizisten äußert
sich auch in der klaren Gliederung und symmetrischen Anlage der Komposition.
Bemerkenswert ist die sorgfältige Darstellung der einzelnen Figuren,
die feine Gesichtszeichnung und die dezente Andeutung der Wangenwölbung. Bei einer Gegenüberstellung mit den dionysischen Köpfen aus der "Villa Dionysos" in Knossos fällt allerdings die stärkere Linearität auf. Besonders deutlich wird dies in der Augenpartie, wo Ober- und Unterlider durch dunkelbraune Linien hart vom hellen Inkarnat abgesetzt sind. Trotzdem ist es erstaunlich, wie wenig sich die Technik innerhalb von etwa hundert Jahren verändert hat. Für viele Mosaiken des 3. Jhs.n.Chr. ist eine gewisse Maßlosigkeit und Willkür bei der Auswahl und Zusammenstellung verschiedener Sujets bezeichnend. Dionysische, aphrodisische, genrehafte und realistische Motive werden scheinbar unüberlegt miteinander verbunden. Es setzte sich das Bedürfnis durch, möglichst viele Botschaften und optische Reize in einem Paviment zu vereinen. Nur schwer läßt sich dieses Phänomen durch ein übergeordnetes Konzept, eine konkrete Idee der Mosaizisten erklären. In dieser Zeit macht sich auch verstärkt der Drang bemerkbar, die Darstellungen durch Beischriften zu erklären. Seit der 2. Hälfte des 3. Jhs. treten auf Mosaiken häufiger Flüchtigkeitsfehler und Verzeichnungen auf. Generell läßt sich ein zunehmender Qualitätsverlust beobachten. Die Pavimente aus dem Haus des Menander in Mytilene können aufgrund des Befundes in die 2. Hälfte des 3. Jhs.n.Chr. datiert werden. Das Mosaik im Triclinium besteht aus zehn quadratischen Feldern mit figürlichen Darstellungen, die anhand von Inschriften zweifelsfrei zu deuten sind. An der Südseite befindet sich ein Porträt des Dichters Menander. Der etwa vierzigjährige Mann ist durch seinen konzentrierten Gesichtsausdruck und die zahlreichen Falten als Denker charakterisiert. Der volle Mund, die großen Augen und die relativ weichen Gesichtszüge deuten seine Sensibilität und vielleicht auch seine Anfälligkeit gegenüber Krankheiten an. Der linke Augapfel ist stark nach innen gerichtet und spielt wahrscheinlich auf den in antiken Quellen erwähnten Strabismus des Dichters an. |
|
![]() |
Kopf des Menander auf dem Tricliniummosaik in Mytilene |
| Der lineare Figurenstil hat sich hier vollkommen durchgesetzt. Im Gesicht und am Hals sind die Einzelformen geometrisch stilisiert. Stirn und Nase bilden zwei T-förmig angeordnete Rechtecke. Einem kreisförmigen Umriß lassen sich Augen- und Mund-Kinn-Partie einschreiben, während die Wangen eine dreieckige Form aufweisen. Auch auf dem Schlüsselbein bilden konzentrisch angelegte Linien ein Dreieck. Die Frisur ist gegenüber rundplastischen Menanderporträts stark vereinfacht und aus parallel nach vorne gekämmten Haarsträhnen gebildet. | |
![]() |
Theaterszene auf dem Tricliniummosaik in Mytilene |
| In einem westlich angrenzenden Feld ist eine Szene aus dem
2. Akt des Menanderstückes "Plokion" wiedergegeben. Es handelt sich
wahrscheinlich um die literarisch überlieferte Szene, in der Laches
mit seiner Frau Krobyle über Heiratspläne für den gemeinsamen
Sohn Moschion streitet. Die Schauspieler tragen die für ihre Rolle charakteristischen Gewänder und Masken. Sie sind frontal ausgerichtet und weisen einen geschlossenen, nahezu rechteckigen Umriß auf. Ihre Arme liegen eng am Körper an und werden von dem weiten Mantel größtenteils verdeckt. Nur Laches weicht mit seinem erhobenen rechten Arm und der leichten Rechtswendung vom starren Aufbau der Komposition ab. Komplizierte Ansichten und Überschneidungen sind vermieden. Die Füße sind bei allen Figuren nach dem gleichen Schema angeordnet: ein Fuß ist frontal, der andere im Profil wiedergegeben. Anatomische Details sind sehr summarisch ausgeführt. So kann das Geschlecht von Moschion und Krobyle in erster Linie anhand der Frisur und der Hautfarbe , nicht jedoch anhand der Gesichtsbildung der Masken bestimmt werden. In der ersten Hälfte des 4. Jhs.n.Chr. ist kein tief einschneidender Stilwandel in in der griechischen Mosaikkunst zu beobachten. Tendenzen des 3. Jhs. werden ohne erkennbaren Bruch fortgesetzt. So läßt sich generell eine fortschreitende Vergröberung der Technik und eine Zunahme von Linearität und Flächigkeit beobachten. Großformatige Bildkompositionen sind in dieser Zeit allerdings nur noch selten auf Bodenmosaiken in Griechenland anzutreffen. Stattdessen werden kleinteilige Rapportmuster bevorzugt. Der figürliche Dekor wird zunehmend auf den Wandschmuck verlagert. Bei einer Durchsicht der griechischen Mosaiken fällt auf, daß einige der für italische Schwarzweißmosaiken charakteristischen Kompositions- und Dekorationsprinzipien in Griechenland offensichtlich nicht Fuß fassen konnten, z.B. der sog. style fleuri oder Arabeskenstil und vollkommen freie Figurenkompositionen ohne erkennbares Gliederungsschema. Das Themenrepertoire der figürlichen Schwarzweißmosaiken in Griechenland ist auffallend beschränkt. In Schwarzweißtechnik werden vorwiegend Motive aus dem marinen Bereich dargestellt. Offensichtlich besteht hier eine Beziehung zu Italien, wo die frühesten Schwarzweißmosaiken u.a. Delphine, Seeungeheuer, Ichthyokentauren und schwimmende Neger wiedergeben. Im Gegensatz zu Italien werden in Griechenland kaum anspruchsvolle Kompositionen im Schwarzweißstil verlegt. |
|
| Wie in den vorangehenden Ausführungen deutlich geworden ist, liegt die Stärke der griechischen Werkstätten in der polychromen Technik. Klar umgrenzte, leicht überschaubare Bildkompositionen werden eindeutig bevorzugt. | |
| Literatur Verf., Symposion mit Menander und Dionysos. Römische Mosaiken
aus Griechenland, in: AntikeWelt 1997/4, Seite 309-318. Abb. 2 nach S.Charitonidis - L. Kahil - R. Ginouvès, in: VI. Beiheft Antike Kunst (1970); sonst Verf. |
|
© Alexandra Kankeleit |
|

















